Neither Artificial nor Intelligent

Neither Artificial nor Intelligent dekonstruiert den Mythos der künstlichen Intelligenz. Aus der Perspektive einer fiktiven Whistleblowerin legt der animierte Kurzfilm die verborgenen Grundlagen der Technologie offen: die Aneignung riesiger Datenmengen, prekäre Arbeitsbedingungen und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Detailreiche Animationen verknüpfen dabei die physischen Produktionsorte mit den virtuellen Räumen der digitalen Welt. Eine zusätzliche Ebene der Reflexion ergibt sich aus der Erkenntnis, dass die Informantin selbst eine künstliche Intelligenz ist. Die KI analysiert das eigene System von innen heraus und hinterfragt die unsichtbaren Machtstrukturen unserer Gegenwart. (Produktionsnotiz)

Es ist längst Teil unserer Lebensrealität: das Gespräch mit einem KI-Chatbot, den wir als intelligenten, neutralen und sauberen Gesprächspartner imaginieren – und das obwohl wir nur zu gut wissen, dass KI untrennbar mit den extraktivistischen Praktiken und turbokapitalistischen Geschäftsmodellen von Big Tech verbunden ist.

In seinem Animationsfilm Neither Artificial nor Intelligent wendet Alexander Glandien die KI gegen sich selbst, um ein kritisches Bewusstsein für die verborgenen, ausbeuterischen Realitäten der künstlichen Intelligenz zu schaffen und hinter die immaterielle Oberfläche zu blicken. Er hat dafür anstelle eines willfährigen Chatbots eine kritische „Whistleblower-KI“ kreiert. „As an insider of the industry, I have seen first-hand how companies exploit workers, exploit data and extract resources for their own gain“, fasst diese gleich zu Beginn die Schattenseiten der Unmengen an Rohstoffen, Strom, Wasser, Arbeitskraft und Kreativität verschlingenden Technologie zusammen.

Mit eingängigen Bildern, die zum Teil auf Methoden der Gesichtserkennung und Überwachung basieren, zum Teil auf den eintönigen Arbeitsprozessen von Clickworker:innen, macht Glandien die massiven materiellen und sozialen Schäden durch KI sichtbar. Immer wieder entwickelt er dabei comichaft-surreale Metaphern für das monströse Verschlingen und Absaugen von Daten, Inhalten und Bildern: Vom datenfressenden Dinosaurier und der unrechtmäßigen Aneignung von Content bis zu den verheerenden ökologischen Folgen des Lithiumabbaus rückt der Film jene verbrannte Erde ins Zentrum, die die vermeintlich künstliche, vermeintlich intelligente Technologie hinterlässt.

„I am merely a tool and the responsibility for change lies within humans“, konstatiert diese am Ende. Es ist eine Aufforderung, die eigene Rolle nicht zu unterschätzen, Verantwortung zu zeigen und so angesichts der rasanten technologischen Entwicklung Handlungsmacht zurückzugewinnen. (Christa Benzer)

Orig. Titel
Neither Artificial nor Intelligent
Jahr
2027
Land
Österreich
Länge
13 min
Kategorie
Animation
Orig. Sprache
Englisch
Untertitel
Deutsch, Englisch, Spanisch
Credits
Regie
Alexander Glandien
Konzept
Alexander Glandien
Schnitt
Alexander Glandien
Animation
Alexander Glandien
Produktion
Alexander Glandien
Mit Unterstützung von
BMWKMS – Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, Stadt Wien Kultur
Verfügbare Formate
DCP 4K (Distributionskopie)
Bildformat
1:1,85
Tonformat
3.0
Bildfrequenz
24 fps
Farbformat
Farbe
Digital File (prores, h264) (Distributionskopie)
Tonformat
Stereo